Rettet den Buschbeller Wald

Abb. 1: Alte Buchen, Eichen und Hainbuchen prägen den Buschbeller Wald.
Abb. 1: Alte Buchen, Eichen und Hainbuchen prägen den Buschbeller Wald.

Uralte Baumriesen prägen den Buschbeller Wald. Er ist Le­bens­raum ungezählter Arten und be­herbergt ökologisch be­son­ders wertvolles Alt- und Tot­holz. Kurz­um: ein Wald, wie es ihn in Europa nur noch selten gibt.

 

Ungeachtet seines Wertes für die Erhaltung der Biodiversität, soll der Wald weiterhin vernich­tet werden.

In dem wertvollen Altwald, der mehrere Habitattypen der europäischen FFH-Richtlinie in außerge­wöhn­lich guter Ausprägung umfasst, leben zahlreiche Arten, darunter hochgra­dig gefähr­de­te Lebewesen, die nach nationalem und internationalem Recht streng zu schützen sind.

Abb. 2: Bewohner des Buschbeller Waldes (von links oben nach rechts unten): Haselmaus (Muscar­dinus avellanarius), Breitblättrige Stendelwurz (Epipactis helleborine), Grauspecht (Picus canus), Mäusebussard (Buteo buteo), Bechstein­fledermaus (Myotis bechsteinii), Springfrosch (Rana dalmatina), Feuersalamander (Salamandra salaman­dra), Schwarz­specht (Dryocopus martius), junger Waldkauz (Strix aluco).

Der „Grund“ für seine Zerstörung: Unter dem Buschbeller Wald befindet sich Sand, den die Industrie plant abzubauen. Aus die­sen rein wirtschaftlichen Überlegungen heraus wurde der Buschbeller Wald pflicht­widrig nicht als Natura 2000-Gebiet an die EU-Kommission gemel­det, obwohl er einer der best­geeigneten Gebiete zur Erhaltung von FFH-Lebensraumtypen und -Arten ist und das Waldgebiet überdies eine wesent­liche Stel­lung bei der Vernetzung von Lebensräumen einnimmt:

  • Die gesamte Waldfläche sowie die angrenzenden landwirtschaftlich genutzten Bereiche wurde von den Landesbehörden als Biotopverbundfläche von herausragender Bedeutung ausgewiesen und die Vergrößerung der naturnahen Waldfläche als Entwicklungsziel festgelegt.
  • Der gesamte Altwald ist vom Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westf­alen als schutzgebietswürdig eingestuft. Die Behörde hält fest, dass der geplante Sandab­bau nach derzeitigem Planungsstand den gesamten Altwaldbestand erfassen wird und weiter: „Eine Sicherung der wertvollen naturnahen Laubwaldbestände durch NSG-Auswei­sung ist dringend anzu­streben.“.

Ungeachtet dieser Feststellungen durch die eigenen Behörden, ermöglicht der Staat durch Vergabe von Ro­dungs- und Abbaubewilligungen fortgesetzt die Vernichtung des Buschbeller Waldes (siehe Abb. 3).

Abb. 3: Die nach Feststellung des Landesamtes für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westf­alen drin­gend durch eine Naturschutzgebietsverordnung zu sichernden Altwaldflächen im Buschbeller Wald (gelb hervorgeho­ben). Nach der behördlichen Feststellung wurden im Süden abermals neun Hektar wertvollste Waldhabitate vernichtet [Orthofoto: Google Earth, als Natur­schutz­gebiet auszuwei­sende Altwaldfläche: Landesamt für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz Nordrhein-Westf­a­len].

Abb. 4: Menschgemachte Wüste statt Wald: Die Sandbagger fressen sich immer weiter in den ökologisch wertvollen Buschbeller Wald.

Abb. 5: Die Bäume des Buschbeller Waldes formen eine Kathedrale der Natur.

Abb. 6: Totholz ist voller Leben. An, in und vom Totholz leben Moose, Pilze, Spinnen, Käfer, Haut­flügler, Vögel, Fleder­mäuse, Amphibien etc. So beherbergen in Mitteleuropa z.B. Buchen rund 240 und Eichen 650 Käferarten.

Abb. 7: Das gewaltige Blätterdach der Baumriesen beschützt die Bewohner des Buschbeller Waldes, sorgt für ange­neh­me und ausgeglichene Tem­peraturen in der Umgebung und filtert große Mengen an Feinstaub aus der Luft. Eine 100 Jah­re alte Buche hat rund 600.000 Blätter, die eine Zelloberfläche von 15.000 m² aufwei­sen. An einem Sommertag ver­ar­beitet die Buche 36.000 m³ Luft, bindet dabei 18 kg Kohlendioxid, produziert 13 kg Sauer­stoff und verdunstet 400 Liter Wasser, womit sie die Lufttemperatur in ihrer Umgebung maßgeblich reduziert. Buchen werden bis zu 600 Jahre alt.

Abb. 8: Am Fuße einer mächtigen Buche wächst auf einem abgebrochenen, mit Moosen überzogenen Ast das Baum­kind heran – es wird Jahrhunderte dauern, bis es so mächtig wie seine Mutter ist. Damit das Wunder des Lebens sich entfalten kann, muss der Lebensraum Buschbeller Wald unbedingt vor weiteren Zugriffen geschützt werden.

Der Buschbeller Wald hat seit jeher die Menschen fasziniert – so sehr, dass es über ihn ein Gedicht von Gert Robert Grünert gibt, von Dr. Jochen Pulheim für den Buschbeller Wald Bücher geschrieben wurden und die­ser Wald Teil der Dokumentationen „Sand – der unterschätzte Rohstoff“ (planet e., ZDF) und „Sand – A Dwind­ling Re­source?“ (DW Documentary) ist.

Gedicht „Der Buschbeller Wald“ von Gert R. Grünert

Gedicht „Bäume“

von Gert R. Grünert

 

Bücher zum Buschbeller Wald

von Jochen Pulheim


Dokumentation „Sand – der unterschät­zte Rohstoff“, planet e. (ZDF).

Dokumentation „Sand – A Dwindling Resour­ce?“, DW Documentary.


Sie können dem Buschbeller Wald und seinen Bewohnern helfen:

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