Save Paradise Forests

Abb. 1: Das Waldgebiet Sninský kameň in den slowakischen Karpaten (Foto: Milan Bališin, Lizenz: CC BY-SA 4.0)
Abb. 1: Das Waldgebiet Sninský kameň in den slowakischen Karpaten (Foto: Milan Bališin, Lizenz: CC BY-SA 4.0)

Tausende Jahre alt, voller Leben und Heimat von Arten, die anderswo längst ausgerottet wurden: Die Paradise Forests – Buchenurwälder in den rumänischen Karparten.

 

Obwohl als Nationalparks, Natura 2000-Gebiete und UNESCO- Welterbe mehrfach rechtlich geschützt, werden die Waldflächen in Rumänien täglich weniger.


Verantwortlich dafür sind Korruption und kriminelle Netzwerke. Die unersetzlich wertvollen Urwälder werden zu Parkett, Laminat, Pellets und ähnlichen Konsumgütern degradiert und damit die Vielfalt des Lebens schwer beeinträchtigt.

 

Aufgrund ihres hohen Wertes wurden in Europa 78 Buchenwälder verteilt auf 12 Staaten mit einer Kernschutzzone von insgesamt gut 92.000 ha zum UNESCO-Welterbe [1] „Ancient and Primeval Beech Forests of the Carpathians and Other Regions of Europe“ ernannt (UNESCO 2017) [2].

Abb. 2: Die Lage der UNESCO-Welterbe-Buchenwälder.
Abb. 2: Die Lage der UNESCO-Welterbe-Buchenwälder.

Allein durch die Gebietsgrößen sind die UNESCO-Buchenwälder bereits sehr verschieden und haben für die Erhaltung der Artenvielfalt jeweils einen sehr unterschiedlichen Wert: von winzigen 6,5 ha im Sonian Forest in Belgien bis zum 11.860 ha umfassenden Gebiet „Uholka – Shyrikyi Luh“ in der Ukraine reichen die Flächengrößen der einzelnen Waldgebiete (UNESCO 2017).

 

Während beispielsweise Österreich insgesamt 7.119 ha und Deutschland sogar nur 4.391 ha Buchenwälder als Welterbe gemeldet haben, hat Rumänien 23.983 ha unter UNESCO-Schutz gestellt (UNESCO 2017).

 

Diese großen Flächen in Rumänien, die nochmals durch 64.477 ha Pufferzonen abgeschirmt werden, sind die Grundlage für einen Biodiversitätsschutz – von den Großen wie Bär, Wolf und Luchs bis hin zu den kaum sichtbaren Käfern, Pilzen und Moosen.

 

Entscheidend ist, dass sich die Gebiete ohne menschliche Eingriffe entwickeln können und dabei alle Phasen eines natürlichen Waldes bis hin zum Totholz beinhalten.

 

Untersuchungen zum besonders wertvollen Totholzvorkommen zeigen den Unterschied zwischen alten Wäldern und Urwäldern. Während in Deutschland der Wald mit dem höchsten Totholzvorkommen – das mit bis zu 350 Jahre alten Buchen bestandene Waldgebiet „Heilige Hallen“ in Mecklenburg – 244 m³/ha erreicht (CHRISTENSEN et al. 2005) [3], sind es im Sinca-Buchenurwald in Rumänien 550 m³/ha (LUICK 2017) [4].

 

Rumänien beherbergt rund 60-70 % aller europäischen Urwaldgebiete (LUICK 2017). Nur hier gibt es noch die großflächigen, unberührten Buchen- und Buchen-Tannen-Urwälder, die für ihre Entwicklung rund 600 Jahre benötigen und die für zahlreiche Arten einen unersetzlichen Lebensraum bilden.

 

Einen Einblick in diese Wälder gibt ein Video von Matthias Schickhofer [5].

Dennoch werden in Rumänien Buchen-Urwälder großflächig illegal gefällt. Untersuchungen in den Nordkarpaten haben gezeigt, dass 70 % der Einschläge in Schutzgebieten wie Nationalparks, Natura 2000-Gebiete oder Urwaldschutzgebieten erfolgten (LUICK 2017).

 

Eine kurze Darstellung der Situation zeigt das Dossier der Naturschutzorganisationen Agent Green und EuroNatur vom Dezember 2017 (in englisch) sowie das EuroNatur-Magazin vom Dezember 2017 (in deutsch).

 

Bitte unterzeichnen Sie die Petition von EuroNatur an die rumänische Regierung in deutsch  oder englisch.

Quellen und Anmerkungen

[1]

 

 

 

 

[2]

 

 

[3]

 

 

 

 

[4]

 

[5]

Die UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization) vergibt den Titel „Welterbe“ gemäß der Welterbekonvention von 1972 an Stätten, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit, Authentizität und Integrität weltbedeutend sind, wobei die Staaten, in denen sie liegen, die Gebiete vorschlagen müssen.

 

UNESCO (2017): World Heritage „Ancient and Primeval Beech Forests of the Carpathians and Other Regions of Europe“

 

CHRISTENSEN, M., HAHN, K., MOUNTFORD, E., ÓDOR, P., STANDOVÁR, T., ROŽENBERGAR, D., DIACI, J., WIJDEVEN, S., MEYER, P., WINTER, S. & VRŠKA, T. (2005). Dead wood in European beech (Fagus sylvatica) forest reserves, in: Forest Ecology and Management, Vol. 210, pp. 267-282.

 

LUICK, R. (2017): The situation of virgin and old-growth forests in Romania, 83 S.

 

SCHICKHOFER, M. (2017): Wild Wonders of Romania – Save Paradise Forests, Video, 6 min.


Weiterführende Informationen

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